Medikamente und Lebensmittel

Wer Medikamente mit Alkohol einnimmt, geht ein großes Risiko ein, denn Alkohol verändert den Stoffwechsel im Körper – mit der Folge, dass die in den Medikamenten enthaltenen Wirkstoffe langsamer abgebaut werden. Wirkungen und Nebenwirkungen können also länger anhalten.

Bei Arzneimitteln, die eine dämpfende Wirkung auf das Nervensystem haben, wie Schlaf- und Beruhigungsmittel oder Antidepressiva, kann das zu einer gegenseitigen Verstärkung führen, im Extremfall zum Atem- oder Herzstillstand. Bei einem Antibiotikum wie Metronidazol, das häufig bei Infektionen im Magen-Darm-Trakt, HNO- und Mund-Zahn-Kiefer-Bereich angewendet wird, können schon geringe Alkoholmengen zu Übelkeit, rotem Gesicht und Herzrasen führen. Besonders vorsichtig sollte man beim Fiebersenker Paracetamol mit Alkohol sein – denn letzterer verstärkt die leberschädigende Wirkung des Medikaments mit möglichen lebensbedrohlichen Folgen.

Koffein erhöht den Blutdruck. Bestimmte Antibiotika wie Gyrasehemmer, die z.B. gegen Nieren- oder Harnwegsinfektionen genommen werden, verstärken diese Wirkung noch. Als Folge können Herzrasen und Schlafstörungen auftreten. Kaffee, schwarzer und grüner Tee enthalten zudem Gerbstoffe, die die Aufnahme und damit die Wirksamkeit vieler Arzneimittel gegen Depressionen und andere Psychopharmaka deutlich verringern. Wer auf diese Getränke nicht verzichten möchte, sollte mindestens zwei Stunden zwischen Medikamenteneinnahme und dem Kaffee- bzw. Teekonsum verstreichen lassen.

Milch, Käse, Joghurt sowie einige Mineralwässer enthalten Kalzium. Bestimmte Antibiotika können sich im Magen mit dem Kalzium binden, sie wirken dann schwächer. Das gilt auch für Medikamente gegen Osteoporose.

Grapefruit und Pampelmusen enthalten zwar viel Vitamin C, hemmen aber auch die Wirkung bestimmter Enzyme. Wer zum Beispiel Cholesterinsenker, Beruhigungsmittel oder Medikamente gegen Potenzstörungen nimmt, sollte auf keinen Fall diese Früchte verzehren. Auch Patienten, die Blutverdünner nehmen, sollten besser darauf wie auch auf Goji-Beeren und Granatapfelsaft verzichten, da diese die Wirkung verstärken und das Blutungsrisiko erhöhen.

Die sogenannten Vitamin-K-Antagonisten werden eingesetzt, um das Risiko eines Blutgerinnsels zu mindern und einem Schlaganfall vorzubeugen. Lebensmittel, die reich an Vitamin K sind, wie Salat, Spinat, Grün- oder Rosenkohl, können jedoch die Wirkung dieser Antagonisten mindern. Vorsicht ist auch bei fetthaltigen Mahlzeiten angesagt: Sie können die Wirkung von Arzneimitteln ebenfalls unerwünscht beeinflussen.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, was Sie bei Ihrer Medikation beachten müssen, fragen Sie in Ihrer Apotheke vor Ort danach. Sie werden dort gerne beraten.